Rückblick – Riccardos Ausstellung im Seeforum Rottach-Egern

Resümee
Sonja Still schrieb in der Tegernseer Zeitung: „Dass dem 28-Jährigen viel zugetraut wird, zeigte die Zusammensetzung des Publikums: wer im Tal in der Malerei einen Namen hat, war gekommen, um sich gleich zur Vernissage die neuen Zeichnungen Milazzos anzusehen.“

Serie in Grautönen, Pigmenttusche auf Papier

Serie in Grautönen, Pigmenttusche auf Papier

Ricc gab der Ausstellung den Titel „Number One“, war es ja nach vielen Ausstellungsbeteiligungen seine erste Eigene, und das in seinem Heimatort. Es gehört schon etwas Mut dazu, heißt es doch, der Prophet gilt in seiner Heimat nicht. Im Endergebnis bewahrheitet sich fast der Spruch. Aus Rottach-Egern kamen kaum Besucher. Und einer der wenigen, ein bekannter Heimatmaler, meinte sinngemäß, dass er Riccs Bildersprache verstehen möchte, aber nicht kann.
Manche Bilder versteht man vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick. Andere lassen sich auf verschiedene Weise lesen. Sie sind aber keine Rätsel. Bewiesen haben dies drei Kinder, Erst-, Zweit-und Drittklässler, die sichtbar Spaß hatten, die Bilder zu erklären.
Die Vernissage war der Höhepunkt, fast möchte man sagen ein Künstlertreffen mit vielen Gesprächen und leider mit wenig Wein und Bier. Das Ausschenken und Bewirten wurde fast vergessen. Zur Strafe bekommt die Familie in der nächsten Zeit oft Brezenknödel aufgetischt.

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Riccs Familie war scheinbar mehr aufgeregt als der Künstler. Mutters Rede kam ins Stocken. Ihr hochroter Kopf wurde wohlwollend von den Gästen übersehen.
Der Ausstellungsort hätte besser nicht sein können. Schon von der Straße aus konnte man hoch zu den Bildern schauen und war man dann oben im Saal, konnte man durch die großen Fenster den Wallberg und den Riederstein oder die wehende Fahne mit dem Aufdruck „Ausstellung“ betrachten.

Frau Berger kümmerte sich beim Aufbau. Sogar der Schraubenschlüssel und Meterstock lag in der Schachtel mit den Hängeseilen, die sorgsam in 10er-Bündel geordnet waren.
Großes Lob gebührt der Presse. Die Tegernseer Zeitung brachte schon eine nette Voranmeldung und nach der Eröffnung Sonja Stills großen Bericht, ergänzt mit einem Foto von Pettenberg. Von der gleichen Stelle nahm auch Ines Wagner ein Foto für die Online Zeitung des Kulturvereins auf. Ihren Bericht dazu schrieb sie sehr einfühlsam.
Riccardo hat selbst das Ausstellungsplakat kreiert. Auf dem ersten Blick fand Tona es, nur in schwarz/weiß gehalten, etwas dürftig und dann doch ausgesprochen gut. Unwillkürlich denkt man an ein Wanted-Fahndungsbild aus dem Wilden Westen.
Kernig formulierte Ricc den Slogan für die Ankündigung im Internet: „Die Ausstellung zeigt Zeichnungen, Grafiken und Acrylmalereien aus seinem gesamten bisherigen Schaffen von 2010 bis heute. Hauptthemen werden die spontane Linie und Farbe sein, im Spannungsfeld zwischen ultra-ordinär und extra-tiefsinnig.“


Ob die Reklame etwas bewirkte? An Hand der vielen neuen Zeichnungen die Riccardo während der Ausstellung schaffte, könnte man es bezweifeln. Die meisten Besucher waren selbst künstlerisch oder kreativ tätig. Sozusagen auf der gleichen Wellenlinie.
Riccardos Bilder passen leider nicht in einen bayrischen Wohnraum, meinte ein Besucher. Wer weiß, vielleicht doch. Einige Bilder fanden einen neuen Platz. Das gibt Riccardo großen Auftrieb.
Seine „Erste“ war gut, sagt er zufrieden mit erhobenem Kopf. Demnächst kommt „Number Two“, sagt seine Schwester.

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