Jubiläumskatalog der Isargilde

1970 entstand die Künstlervereinigung zuerst unter dem Namen „Malergruppe Pilsting“, zwei Jahre später trat sie als „Isargilde“ auf. Jetzt im Jahr 2020 kann sie auf 50 Jahre zurückblicken. Die Gründungsväter sind noch heute im Verein.

Die Isargilde ist nicht nur auf Niederbayern beschränkt, sondern überregional aktiv. Der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder schreibt im Katalog, sie wirke als Botschafterin bayerischer Kultur.

Jeder Künstler hatte vier Seiten zur Vorstellung zur Verfügung.

Der Vorsitzende Werner Glaßen schreibt über Tona: „Rein in Keramik arbeitet die 1997 zur Isargilde gestoßene Bildhauerin Waltraud Milazzo aus Rottach-Egern. Mit von ihr entwickelter Oberfläche und mit einem Augenzwinkern versehenen Keramikobjekten arbeitet sie zumeist realistisch.“

Tona – Mitglied der Isargilde

Die Künstlergemeinschaft Dingolfing-Landau feiert heuer ihr 50-jähriges Jubiläum. Kaum zu glauben, dass ich schon 23 Jahre lang Mitglied bin – die letzten zwei Jahre leider nur passiv.

Für mich war die Beteiligung an der jährlichen Ausstellung in Landau und an den Sonderausstellungen entlang der Isar stets ein Wiedersehen mit den Orten meiner Kindheit. Jahre lang, als meine Mutter in Pilsting noch lebte, verbrachten ich und meine Familie in Niederbayern oft unsere Ferienzeit.

Gerade heuer sollte die Landauer Ausstellung groß und festlich begangen werden. Corona machte eine Vernissage unmöglich. Die Landauer Zeitung fand einen kleinen Ausweg. Sie brachte und bringt, wie sie selbst schrieb, die Bilder und Plastiken zu den Daheimgebliebenen. Sie zeigt in einer Serie jeden Tag ein Werk eines Künstlers.

Meine Arbeiten waren am 27. April abgebildet und beschrieben.

Zwischen Naturkunst und Kunstnatur - Artikel aus der Landauer Zeitung vom 27. April 2020

Kretareise

Tona erzählt von der Kretareise

Kreta, Geburtsort des Zeus, dem höchsten aller Götter. Diesen Februar waren Tano und ich ganz nah an seiner Geburtsgrotte auf der Lasithi-Hochebene. Leider war sie aber im Winter geschlossen.

Der Legende nach verwandelte sich der Göttervater in einen Stier und entführte die Königstochter Europa. In Matala, einem ehemaligen minioistischen Hafen, ging Zeus an Land. Tano dagegen stieg dort in den winterkalten Ozean und watete ufernah auf und ab.

Natürlich wird man als Tourist dort hin geführt, aber eher wegen den bekannten Sandsteinhöhlen, in denen sich in den 60er Jahren amerikanische Hippies niederließen, um der Einberufung zum Vietnamkrieg zu entkommen.

Die meisten in unserer Reisegruppe gingen Essen, doch wir entkamen ihr und flohen in das kleine Dorf Matala. Doch dort sah ich es fast nur durch die Linse meines Smartphones, gefangen durch die unzähligen Motive, die sich mir dort boten; zum Beispiel die bunten Kreidezeichnungen auf den Straßen und Häusern, die an die Zeit der Blumenkinder erinnerten.

Ein Höhepunkt unserer Kretareise war für uns der Besuch des Archäologischen Museums in Heraklion. Ich lernte viel über die minoische Zeit, zum Beispiel, dass der göttliche Zeussohn Minos, Namensgeber jehner Epoche ist. Die Zeitspanne kann ich mir jetzt merken: unser Zeitalter nach Chr. – nur umgekehrt – 2000 v. Chr. bis 1 nach Chr.

Die Formen der Tongefäße aus den Ausgrabungen waren vielfältig, und ich war überrascht, wie sie im Grunde unseren heutigen gleichen. Die selben minoischen Grundtechniken sind auch jetzt noch unsere: z. B. vervielfältigte Gefäße und deren Model, Bemalungen mit Engoben, oder die Strukturierungen durch verschiedenfarbigen Tone.

Ich konnte mich nicht satt sehen, so dass wir das Museum noch ein zweites Mal besuchen mussten.

Das moderne Museum war nicht so leicht zu finden. Am Ende einer kleinen Straße mit sanierungsbedürftigen kleinen Häusern, fanden wir das Museum der zeitgenössischen Künstler. Es waren gerade Fotos ausgestellt. Die Themen waren die gleichen wie unsere. Mich wunderte, dass die Fotos, auch ganz große, nur mit Nägeln sichtbar angeheftet waren. Es störte nicht, weil alle so präsentiert waren.

Für ein Erinnerungsfoto des Hauses lehnte ich mich an einen alten Telefonmasten. Er war mit Tausenden Heftklammern betackert, die Überbleibsel von Aushängen. Ich kam nicht umhin, sie zu fotografieren. Aufgescheucht, jetzt mit offenen Augen, gingen wir den Weg zurück und entdeckten zwischen vielen verfallenen Wohnungseingängen kleine Kunstwerke.

Teppichverkauf – modernes stattliches Haus

1. Begrüßung: Chef sehr sympatisch

2. Bewirtung : Raki und Bergtee

3. Theaterszene: großer Saal, Sitzrunde auf Bänken, Lehnstuhl für den Chef, aufgerollte Teppiche, dahinter ca. 10 junge Männer, Fotografieverbot.

4. Vortrag vom Chef: interessant, fachlich

5. Vorführung: bühnenreif, theatralisches Aufrollen der Teppiche durch die 10 jungen Männer

6. Hauptteil: Einzelbetreuung -Tano und ich wollten nichts kaufen und wurden zum Ausgang verwiesen und dort von drei Männern aufgehalten und bedrängt. Ich strebte nur noch nach dem Ausgang.

Goldverkauf

Ich nahm mir vor, dieses Mal nur ja zu sagen. Ich ließ mir die Kette um den Hals hängen, folgte mit Tano der Einladung in einen gemütlichen Nebenraum. Erstes Preisangebot war 4000 Euro, dann 2000, 500, und am Schluss nur noch 250 Euro. Zum Glück ohne Kette wieder zurück ins Hotel.

Ledergeschäft

Eine kleine Umhängetasche werde ich mir kaufen, dachte ich, aber es war ein feines Modegeschäft für Jacken und Mäntel. Mit einer wunderschönen Modeschau wurden wir begrüßt. Mir gefiel sie sehr gut, weil die Model keine Modepuppen waren sondern Leute wie wir. Wir wurden weder bedrängt, noch überredet.

Hotel am Stand

Die letzte Woche verbrachten wir im Hotel am Strand. Die frische Meerluft genießend, reflektierten wir während ausgedehnter Spaziergänge entlang der Küste über den Ozean all die vielen Eindrücke der ersten Woche: Ausgrabungsstätten, venezianische Häfen, Strandpromenaden, der Palast von Malia, Knossos, byzantinische Kirchen, Klöster, Moscheen, Berggipfel, Ziegen, Schafe, 1000-jährige Plantanen, Olivenhaine, Myrtosbananen …

Eine Standlfrau erzählt

Das Tohuwabohu beim Ausräumen der Bude wird es heuer nicht geben. Also standen Tano und ich am Montag schon um 6 Uhr in der früh in unserer Hütte. Es war finster, Strom gab es noch nicht. Den einzigen Lichtblick bekamen wir mit unserer kleinen Taschenlampe. Nur keine Panik. Es muss nur das Richtige in die richtige Schachtel gefüllt werden. Klappte, bis wir am Ende dann doch nur dachten, hauptsächlich alles kommt ins Auto, alle Nägel sind gezogen und der Boden ist sauber. Die Hoffnung, meine am Tag vorher verlorene neue Brille zu finden, erfüllte sich auch nicht.

Ich jammerte Tano vor, umgekehrt er mir. Das Tohuwabohu der Schachteln und Kisten ist nichts gegen Tanos Einkaufsstress. Überfüllte Straßen, volle Parkplätze und Riesenschlangen vor Lidl- und Aldikassen. Er schimpfte über die Bank, die zum Tauschen von Scheinen für zwei Rollen Münzen seit neuestem 60 Cent verlangt. Er wollte sie den Kindern für ihre Waschmaschinen im Miethaus besorgen.

Unser Weihnachtsbaum

Heuer war ich dran, den Weihnachtsbaum zu schmücken. “Hab ich schnell“ – hätte nicht jedes Teilchen ein festklebendes Preisschildchen gehabt. Die Porzellansterne, die auf dem Markt zu Ladenhüter wurden, hatten jetzt Premiere.

Unser Krippenfiguren

Noch in der letzten Adventswoche standen sie im Brennofen. Den kolumbianischen Künstler Fernando Botero hatte ich im Kopf. Seine Figuren in der Ausstellung vor zwei Jahren in Passau mit überzeichneten Proportionen und reduzierten Details hatten mich beeindruckt. Ich hatte einfach Lust, einen Batzen Ton in die Hände zu nehmen, ihn in eine kompakte einfache Form zu drücken, und alles Kleinklein zu vergessen.

Freude und schlechtes Gewissen.

Ich erinner mich gar nicht mehr an persönliche Weinachtpost. Diese Jahr fand ich zwischen den vielen Reklamen zwei handgeschrieben Weihnachtsbriefe. Wunderschön. Danke. Da drückt mich natürlich das schlechte Gewissen. Nicht einmal den vielen Facebookfreunden habe ich geantwortet. Es ist schön, so viele liebe Bekannte und Freunde zu haben. Ich möchte allen danken und die guten Wünsche auch zurück und weiter geben. Besonders gefreut hat mich eine E-Mail von einem Krippenfreund, der mir Bilder seiner Krippe am heiligen Abend schickte, in der ich meine Figuren erkannte.

Familienausstellung 2019 im Jagerhaus Gmund

Tano, der Vater, feierte seinen 80. Geburtstag. Er wollte den Festtag nicht wie sonst, mit seiner Familie am großen Tisch im Wohnzimmer verbringen, sondern wünschte sich, in Mitten einer Familienkunstausstellung zu sein. Sein Wunsch ist nicht ungewöhnlich, die Kunstwerke, die unser Haus von oben bis unten füllen, einmal öffentlich zu zeigen. So war die Idee geboren, eine Ausstellung im Jagerhaus Gmund zu organisieren.

Für jeden Künstler der Familie wäre ein extra Zimmer bereit gewesen, bis Riccardo, der Jüngste der Familie, daraus eine wirkliche Familienausstellung machte, in der sich die Figuren, Bilder, Skizzenbücher und Mosaikarbeiten vermischten, aufeinander bezogen, ergänzten oder einen Kontrast ergaben. Sein Konzept ging völlig auf, wie man bei der Vernissage sah, bei den Gesprächen spürte und in den Zeitungsberichten nachlesen konnte.

Tano und uns gefiel es, dass die Ausstellung nicht nur Schau war, sondern vielmehr ein Treffen alter und neuer Freunde und Bekannter. Darüber hinaus war es ein Austausch zwischen Künstlern und Kunstbegeisterten, nicht nur der bildenden Kunst. Nicht nur Tano fühlte sich reich beschenkt, sondern die ganze Familie.

Kunst und Künstler – Artikel über Tona und Riccardo

Die Künstler am Tegernsee begehen in diesem Jahr das 70. Ausstellungsjubiläum. Zu diesem Anlass gab der Tegernseer Tal Verlag das Sonderheft „Kunst und Künstler“ heraus und stellt viele Künstler aus dem Tegernseer Tal vor.

Anita Westphal – Demmelhuber schrieb über Tona und Riccardo einen schönen Beitrag.

Aus: Zeitschrift TEGERNSEER TAL, Sonderausgabe KUNST UND KÜNSTLER 2019/2020, www.tegernseer-tal-verlag.de

Ausstellung im Palazzo Grassi Luc Tuymans

Wenn wir schon in Venedig sind, dann mussten wir natürlich auch den wunderschönen Palazzo Grassi besuchen.

Diese Jahr 2019 stellt Luc Tuymans aus (geb.1958 in Belgien) Das Thema der Ausstellung: La Pelle
Gleich in der Mitte des Atriums war ein riesengroßes, begehbares Mosaik. Ich las, dass es mit 200.000 Steinchen extra für die Ausstellung gemacht wurde, nach einem Gemälde vom Tuymans, das er wiederum nach einer Zeichnung von Alfred Kantor, einem Überlebenden aus dem deutschen Arbeitslager Schwarzenheide, fertigte. Tano und ich trauten uns gar nicht darauf steigen.

Über die ausladenden Treppen des klassizistischen Palazzos kam man zu den Ausstellungsräumen im ersten und zweiten Stock.

Seine Bilder fielen auf den großen, weißen Wänden fast nicht auf. Sie waren verwaschen und wirkten verschwommen. Bleich und unauffällig waren die Gesichter. Sie wirken durch ihre aufgerissenen Augen traurig. Das Rundherum fiel genauso wenig auf. Sogar ein dunkles blau oder schwarz wirkte gebleicht.

Zwischen den rahmenlosen Bildern war viel Raum. Die weißen Wände wirkten wie Passepartouts.