Ein Gedicht: Silence mind

Ein Gedicht von Riccardo – über Unsinn und Sinn – oder –  Sinn und Unsinn

Silence mind

The sky is pink and the sea is purple,
the earth is white and the grass is blue,
someone went crazy and the meaning is void.

Between the verses is silence,
who is there to pronounce?

The sky is being and the sea is lost,
the earth is blown and the tree is sense,
someone ate the meadow and a donkey weeps.

Between the verses is silence,
who is there to pronounce?

Who wants to read a mad mans hope?
To the sense of nothing, to the bone.
There is no rhyme…

Between the verses is silence,
who is there to pronounce?

There is nothing to understand or find.
Would ‚ be something between the verses,
if there is someone to pronounce and find.

Silence mind,
think what you want,
I’m just bored in his hell of creation,
Believe me, the sky is being
there to pronounce.

In the end is silence.
A fairy’s soft voice,
pronouncing,
Hope.

Versuch einer Übersetzung

Sei still Geist

Der Himmel ist rosa und das Meer ist lila,
die Erde ist weiß und das Gras ist blau,
jemand wurde verrückt und die Bedeutung ist nichtig.

Zwischen den Versen ist Stille,
Wer ist da, um auszusprechen…?

Der Himmel ist das Dasein und das Meer ist verloren,
die Erde ist weggeblasen und der Baum ist der Sinn,
jemand aß die Wiese und ein Esel weint.

Zwischen den Versen ist Stille,
Wer ist da, um auszusprechen…?

Wer will eines verrückten Mannes Hoffnung lesen?
Bis zum Nichts, bis zum Knochen.
Es gibt keinen Reim …

Zwischen den Versen ist Stille,
Wer ist da, um auszusprechen…?

Es gibt nichts zu verstehen oder zu finden.
Wäre etwas zwischen den Versen,
wenn jemand es ausspricht und findet.

Sei Still Geist!
Denk was du willst,
Ich bin nur gelangweilt in seiner Hölle der Schöpfung,
Glaub mir, der Himmel ist Da(das Dasein)
um es auszusprechen.

Am Ende ist Stille.
Die sanfte Stimme einer Fee,
Aussprechend:
Hoffnung.


68. Ausstellung Tegernsee

Seit über 25 Jahre beteilige ich mich an Ausstellungen in unserem Landkreis. Es dauerte aber lange, bis ich mich überwand, ein Kunstwerk bei der Tegernseer Ausstellung abzugeben. Zu bekannt fand ich die Künstler, die damals ausstellten. Vor allem die Gründerväter wie Olaf Gulbransson, Thomas Baumgartner und Herbert Beck schüchterten mich ein. „Der Kuss“ war dann meine erste Arbeit, die ich abgab und dann gezeigt wurde.

Inzwischen gehöre ich, wie dieses Jahr Ingrid Versen in einem Artikel schrieb, zu den alten Künstlern.

Meine Arbeiten haben meist politischen Hintersinn, leicht satirische Züge – so auch diesmal die Plastiken „der Unterschreiber“ und „Trumps Unterschrift“.

Eine ganz persönliche Arbeit ist jedoch die Figur mit dem Titel „der rote Krebs“. Eine Frau, die ihre Haare verloren hat, hält einen roten Krebs in Händen. Viele Besucher sahen darin keine Kranke, sondern einen buddhistischen Mönch, der liebevoll eine rote Blume umfasst.

Der Zuspruch von Freunden und die Tatsache, dass sie ausgestellt wurde, freut mich.

Dass Riccardo seit einigen Jahren auch in Tegernsee ausstellt, macht mich stolz.

Lange vor der Tegernseer Ausstellung rückte Riccardo ein weißes Statuenpodest in die Mitte unseres Wohnzimmers und stellte darauf eine verwitterte Figur, ein stilisiertes Gesicht, das er einmal aus Steinzeug modellierte. Lange Zeit, Sommer wie Winter, stand sie unbeachtet draußen.

Begeistert war ich von dem Umzug ins Haus nicht. Doch jedes mal, wenn ich ihr aus dem Weg gehen musste, gefielen mir die Flecken, Punkte und Farbverläufe der Naturpatina auf der Figur besser. Erst in der Ausstellung sah ich, dass er sie mit einem abstrakten Acrylbild kombinierte. Das abstrakte Bild verwandelte sich zum Koi-Teich, in den das Gesicht blickt. „Duck and Cover“ nannte Riccardo das Exempel.

https://www.facebook.com/Kulturvision/photos/pcb.1413015012081763/1413014382081826/?type=3&theater

http://www.kulturvision-aktuell.de/68-tegernseer-kunstausstellung-2017/

Artcycling Festival in Holzkirchen

Ausstellung in Holzkirchen vom 29. Juni – 2. Juli

Die „Kulturvision aktuell“ schrieb über die Ausstellung:

Mit der Ausstellung von 25 grandiosen Künstlern aus dem Landkreis Miesbach und über diesen hinaus wurde am 29. Juni Abend das ARTcycling Festival im KULTUR im Oberbräu eröffnet. Kunst der anderen, der kritischen, der humorvollen, der nachdenklichen Art erwartet die Besucher bis Sonntag.

Frau Dr. Ziegler, die Initiatorin des Festivals, und die Kulturhauschefin Ingrid Huber mit ihrem Team luden uns zum Mitmachen ein.

Riccardo zeigt seine Mixed Media Werke in der Ausstellung: „The heart of the wild rose“ und „Artefakte“.

Besonders seine zu den Bildern dazugefügten Objekte waren beeindruckend: Wurzelholz von einer Wildrose und eine alte Sandspielschaufel aus seiner Kindheit verbunden mit einem Besen, der alle Ecken des Hauses gesehen haben muss.

Ricc Milazzo Objekte und Malerei: die Schaufel des kleinen Jungen, der Besen, der jede Ecke des Grundstückes gesehen hat; Alltägliches, Wiedergefundenes und Erspürtes

Es ging um Upcycling Kunst, das heißt nicht mehr gebrauchtes oder unbeachtetes wird wertvoll. Wie passten die Werke von Tona und Tano zu diesem Thema?
Der Anlass sind unsere selbstgemachten Glasuren, die ohne die gekauften Fritten aus Naturmaterialien bestehen: Asche, Steine, Erden, Sand und Glasscherben.

In sechs kleinen Schalen präsentierten wir Aschen aus verschiedenen Holzsorten, Erden aus Niederbayern, Tegernsee, Istrien, aus unserem Fluss der Weißach und vom Ätna auf Sizilien mit den dazugehörigen Glasuren. Meine Steinzeugplastiken zeigen die Wirkung der Ascheglasuren und Tanos Mosaikkugeln die eingefärbten Asche-Pflasterstein-Glasuren, eingefärbt mit Eisen, Chrom und anderen Farbkörpern.

Ostern 2017

Mit dem Skizzenbuch im Gepäck kam Pina zu ihren Eltern. Endlich hat sie einmal Zeit als Urban Sketcherin die schönen Ecken von Rottach-Egern zu entdecken. Daraus wurde nichts. Regen und nur 5 Grad Celsius hielten sie im Haus fest. Dafür entstanden wunderschöne Porträts der Eltern und von zwei ihrer Geschwister.

Ist das Kunst?

Manaf Halbounis Installation „Monument“ vor der Dresdner Frauenkirche
Manaf Halbounis Facebook-Seite
Artikel auf Wikipedia

Ich war sehr bewegt als ich über die Hintergründe seines Kunstwerks erfahren habe (siehe Links oben) und eigentlich war es nur als kurzer Post auf Manaf Halbounis Facebook-Seite geplant. Als ich dann jedoch die Kommentare dort las, berührte es mich emotional sehr tief und ich begann, um seine Kunst zu verteidigen, folgenden Text zu verfassen. Da er etwas länger ausgefallen ist, veröffentliche ich ihn nun hier auf unserem Blog.

Ist das Kunst?

Da ich dieses Werk sehr interessant finde, will ich den Menschen, die sich schwer tun es anzuerkennen, ein paar Hilfen anbieten, Verständnis dafür zu entwickeln und Zugang zur Kunst zu erhalten. Gleichsam will ich dem Werk und dem Künstler hiermit auch meine kleine Anerkennung darbringen. Kunstverständnis ist nicht einfach; über die Kunst werden seit je her hitzige Debatten geführt und sicherlich ist es gar nicht möglich, dass jedem Menschen alle Formen der Kunst gefallen können. Trotzdem kann jeder, der sich einer gewissen offenen und unvoreingenommenen Auseinandersetzung stellt, leicht Respekt für die Kunst in all ihren Fassetten entwickeln. Weiterlesen

Neues Jahr – neue Bilder von Riccardo

Eine Auswahl – alle Bilder sind mit Pigmenttusche auf Papier gezeichnet.

Zum Abschluss des Jahres neue Bilder von Riccardo.

Zum Abschluss des Jahres neue Bilder von Riccardo.

Man meint sie deuten zu können. Aber nur deshalb, weil man weiß, dass sie zwischen Weihnachten und Silvester gemalt wurden. Das Gesicht gleicht einem Schmuckanhänger auf dem Weihnachtsbaum. Der Augenstern funkelt obwohl er nur schwarz ist. Der knorrige Baum in Form einer buckeligen Alten könnte die Zukunftsängste andeuten, die bunten Bilder die Hoffnung.

Wie immer lässt Riccardo die Deutung jedem Betrachter offen.

Weihnachtsbild von Riccardo

Tusche auf Papier von Riccardo Milazzo

Ein wunderschön passendes Bild von Riccardo für die Weihnachtszeit.

Ein Wanderer? Ein Hirte? Der Umhang, der Stab, die Nacht, die Sterne – was sagen sie aus? Riccardo überlässt es dem Betrachter.

Die Familie wünscht allen Freunden und Bekannten ruhige, erholsame Festtage und alles Liebe und Gute für das neue Jahr.

Die spontane Linie

Tona erzählt bei der Vernissage, wie sie die Arbeit von Riccardo sieht.

Die spontane Linie

Ich möchte ein wenig über Riccardos Kunst reden, vor allem über seine Zeichnungen. Sie gefallen mir besonders gut.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich auch sehr gerne zeichne. Ich mache aber meistens nur Skizzen für meine Tonfiguren. Wenn ich eine Idee habe, kritzle ich so lange herum, bis ich weiß, wie ich sie modellieren könnte. Dann fängt bei mir erst die richtige Arbeit an. Da brauche ich dann Zeit und kämpfe mit dem Ton und seinen Tücken.
Ganz anders bei Riccardo. Er macht keine Skizzen. Seine Zeichnungen sind keine Entwürfe, sie sind die Arbeit. Er fängt gleich auf einem guten Blatt Papier an zu zeichnen. Er könnte ja mit leichten Strichen etwas andeuten. Nein, macht er nicht. Er benützt keinen Radiergummi. Freilich, bei den Tuschestiften könnte er ihn sowieso nicht benützen.
Schon die erste Linie, die er zieht, bleibt bestehen. Jeder Ringel, sogar ein Punkt hat eine Auswirkung.
Der Maler dagegen kann seine Arbeiten verändern, übermalen, er kann zurücktreten und die Formen und Farben begutachten. Ich kann den Kopf der Plastik in alle Richtungen versetzen solange der Ton feucht ist.
So wie Riccardo zeichnet, ist das weniger eine manuelle Tätigkeit, sondern viel mehr eine geistige Arbeit (wenn man so sagen kann). Es kommt von innen heraus.
Wenn er eine Linie zu lang zieht, denkt er blitzschnell um. Dann wird’s halt eine schlanke Figur. So spontan wie Riccardo zeichnet, ist gut. Er kann sich daher sehr direkt und unmittelbar ausdrücken. Der Stift ist ja dazu das beste Mittel. Der Weg vom Kopf zur Hand und dem Stift ist ein kurzer Weg. Auch wenn er so ungebremst malt, sind es keine wilde Fahrer. Oft setzt er, fast meditativ, Linie neben Linie, dass die Zeichnung eher einer Malerei gleicht.
Ich vermute, dass er sich am Anfang der Zeichnung gar keinen Plan macht. Es scheint mir, als würde er sich vom weißen Papier anregen lassen oder von der Farbe des Stiftes, dem Augenblick oder der Seelenverfassung.
Er selbst schrieb einmal: Auch wenn ich den Stift halten muss, muss ich ihn doch frei lassen, um der Kunst selbst ihren Raum zu geben, Sie lässt sich nicht kontrollieren.
Ich glaube, eine ausgebaute Strategie würde seine Schaffenskraft behindern oder vielleicht, ich weiß es nicht, ist alles gerade umgekehrt.
Intensität oder Intention. Ich weiß es nicht.
Riccardo gibt zu seinen Bildern selten eine Erklärung ab. Viele Bilder haben keinen Titel oder bekommen ihn erst später. Er meint, seine Zeichnungen sind offen, dass man sie unterschiedlich lesen kann. Er findet es gut, wenn jemand etwas sieht, was er in seinem Bild noch nicht kennt.
Als Rätsel sehe ich seine Bilder auch nicht. Manche Zeichnungen verstehe ich erst auf dem zweiten oder dritten Blick. Manche faszinieren mich einfach, ohne, dass ich sie durchschaue.
Wenn ich versuche, Riccardos Kunst in bekannte Muster einzuordnen, tu ich mir schwer. Wenn ich denke, sie sind surrealistisch oder ähneln der Arte Brut, verwerfe ich den Ausdruck gleich wieder. Ich weiß nicht, ob es eine Bezeichnung zwischen Gegenständlich und Abstrakt gibt, zwischen Normal und Phantasie, oder zwischen einem asiatischen Zenbild und einer Karikatur.IMG_0776
Am ehesten denke ich, dass seine Urgroßeltern die Arte Povera war und er ein Enkel der italienischen Transavantgarde ist.
Der jetzige Februar ist ein ganz besonderer Monat. Genau vor 100 Jahren sind in Zürich mitten im ersten Weltkrieg fünf Künstler beieinander gesessen, ein Schweitzer, ein Deutscher, ein Deutsch-Franzose und zwei Rumänen, und haben die Welt der Kunst verändert. Der Dada war geboren. Der Deutsche war Hugo Ball, der genau 100 Jahre vor Riccardo zur Welt kam. Übermorgen wäre sein Geburtstag.
Was mir noch einfällt, Milazzo reimt sich auf Picasso.