Urban Sketchers Deutschland Treffen 2016 in München

Das deutschlandweite Treffen der Urban Sketchers Germany fand dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Und zwar in München, zwischen 2. und 4. September. Letztes Jahr in Darmstadt war ich nicht dabei, aber diesmal war es für mich ein Heimspiel. Keine Unterkunft, die gefunden und keine lange Anfahrt, die geplant werden musste. Sich einfach nur freuen, dass bald um die 130 Zeichenbegeistere aus ganz Deutschland (und auch über die Landesgrenzen hinaus) zu einem gemeinsamen Wochenende zusammenkommen würden.

Als ich am Freitag zur Registration am Veranstaltungsort, der wunderbaren Seidlvilla in Schwabing, eintraf, wimmelte es bereits von fröhlichen und erwartungsvollen Teilnehmern. Einige Gesichter kannte ich, viele waren neu. Nachdem ich meinen „Goody Bag“ in Händen hielt (prall gefüllt mit Skizzenbüchern, Stiften und anderen tollen Geschenken, die von den Sponsoren zur Verfügung gestellt worden waren) und mein Namensschild an die Brust geheftet hatte, konnte es losgehen …

Urban Sketcher im Garten der Seidlvilla Kennenlernen

Im Garten der Seidlvilla Zeichnen im Garten der Seidlvilla

Ein Highlight des Abends war die Portraitparty, bei der sich immer vier zu einer Gruppe zusammenfanden und sich gegenseitig zeichneten. Allerdings wurde nicht auf normales Papier gezeichnet, sondern auf unbedruckte Bierdeckel. Die dabei entstandenen Portraits wurden dann am Ende an Fäden aufgehängt. Eine tolle Idee um sich kennenzulernen!

Portraitparty - meine Skizzen Portraitparty

Am Samstag fanden die Workshops statt, die per Los verteilt wurden.

Vormittags ermutigte uns Jan Philipp Schwarz mit seinem Workshop „Spiel mit Material und Stil“ mal etwas anderes auszuprobieren und mit neuen Herangehensweisen zu experimentieren. Es gibt so viele Möglichkeiten: mit Bleistift, Kreiden, Aquarell, Tusche …

Pina beim Zeichnen (Vielen Danke an Tatjana Wolff für das schöne Foto)

Ich habe mich zuerst an einer etwas lockereren Art als gewöhnlich probiert und statt dem dünnen Tuschstift einen grauen Pinselstift verwendet.

Siegestor (Pinselstift mit Aquarell)

Danach bin ich wieder zum Tuschestift übergegangen. Ich habe allerdings versucht beim Zeichnen nicht abzusetzen und mit nur einem einzigen Strich die Skizze aufs Papier zu bringen.

Siegestor (Tuschestift mit Aquarell)

Am Nachmittag zeigte uns Daniel Nies, wie man mit Hilfe von Aceton Vorlagen (Laserdrucker-Ausdrucke von Fotos, Texten, Logos, Strukturen und vielem mehr) ins Skizzenbuch übertragen und kreativ einbinden kann.

Transfertechnik mit Aceton in Kombination mit einer Handzeichnung

Toll, was sich das Organisationsteam dann für den Abend ausgedacht hatte: Zwei Burlesque-Tänzerinnen der Gruppe Isargold standen für uns zum Zeichnen auf der Bühne und einige aus dem Organisationsteam hatten sich fesch herausgeputzt, mit Lederhosn und Dirndl. Genial!

Isargold Biergarten-Szene

Der Sonntag begann mit einem großen Sketch Crawl rund um den Odeonsplatz, zu dem auch einige Urban Sketcher eingeladen waren, die sich nicht bei dem Treffen angemeldet hatten.

Die Urban Sketcher im Hofgarten

Ich machte auch noch einen Abstecher zu den Surfern am Eisbach.

Eisbachsurfer

Das Treffen endete am Sonntagnachmittag mit einer öffentlichen Ausstellung unsere Skizzenbücher in der Seidlvilla. Jeder Zeichner konnte dazu etwas beisteuern, sei es ein Skizzenbuch, einzelne Blätter oder aufgeklappte Leporellos. Ich konnte mich nicht satt sehen an all den wunderbaren Zeichnungen und war begeistert von den verschiedenen Stilen und Herangehensweisen der einzelnen Künstler. Was für eine inspirierende Ausstellung. Ich konnte diese Begeisterung auch bei den anderen Besuchern spüren. Ein großartiger Abschluss für ein gelungenes Treffen!

Workshop in der Seidlvilla - Meine Zeichnung für die Ausstellung

Zeichnen am Donnerstag – Nr. 31

Der Hofgarten in München, der sich zwischen Odeonsplatz und der Bayerischen Staatskanzlei erstreckt, ist voller Leben, als wir uns dort zum Zeichnen treffen. Auf den Wiesenflächen vor der Residenz genießen die Menschen den warmen Sommerabend, im Dianatempel wird getanzt und vor den Arkaden kann man zahlreiche Boulespieler beim zielgenauen Werfen ihrer Kugeln beobachten.

Blick auf den Odeonsplatz und die Felherrenhalle

Blick auf den Odeonsplatz und die Felherrenhalle (Bleistift mit Aquarell)

Hofgarten mit Blick auf die Kuppel der Bayerischen Staatskanzlei (Tuschestift)

Tänzer im Dianatempel

Tänzer im Dianatempel (Bleistift mit Aquarell)

Boulespieler

Boulespieler (Tuschestift)

Zuschauer beobachten die Boulespieler

Zuschauer beobachten die Boulespieler (Tuschestift)

Abendstimmung

Abendstimmung (Aquarell)

Zeichnen am Donnerstag – Nr. 30

Endlich habe ich wieder mal meinen Scanner angeschmissen und die neusten Seiten aus meinem Skizzenbuch digitalisiert. Am vorletzten Donnerstagabend hatte uns das schöne Wetter nach draußen gelockt – diesmal auf dem Münchner Königsplatz. Schon herrlich, wenn man sich von der Sonne bescheinen lassen kann, während man zeichnet.

Zuerst habe ich mir die Propyläen vorgenommen. Das klassizistische Bauwerk wurde von Leo von Klenze in Anlehnung an die Propyläen der Akropolis entworfen. Besonders die Säulen in der Mitte haben mich ganz schön herausgefordert und viele Details habe ich einfach weggelassen. Mit Aquarellfarben habe ich schließlich versucht die abendliche Stimmung einzufangen.

Propyläen im Abendlicht

Propyläen im Abendlicht (Bleistift mit Aquarell)

Die Stufen der Antikensammlung sind ein beliebter Ort um sich niederzulassen und einfach mal auszuspannen, den Blick über den Platz schweifen zu lassen und das Geschehen um einen herum zu beobachten. Einige der dort Sitzenden haben es auch in mein Skizzenbuch geschafft.

Auf den Stufen der Antikensammlung (Tintenstift)

Auf den Stufen der Antikensammlung (Tintenstift)

Mit Kappe und Hut (Bleistift mit Aquarell)

Mit Kappe und Hut (Bleistift mit Aquarell)

Im Stadtmuseum

Beim Zeichentreffen der Urban Sketchers Munich im Münchner Stadtmuseum bin ich gleich im ersten Raum der Dauerausstellung „Typisch München“ bei den Morikentänzern hängengeblieben.

Moriskentänzer von Erasmus Grasser

Moriskentänzer von Erasmus Grasser (Tuschestift mit Aquarell)

Die wunderbaren holzgeschnitzten Figuren des Bildhauers Erasmus Grasser haben aber nicht nur mich angezogen, sondern auch viele meiner Mitzeichner. Sie wurden zu meinen nächsten „Opfern“. Aber wie es so ist, wenn man Menschen „in freier Wildbahn“ zeichnet, sie stehen plötzlich auf und weg ist dein Modell. Bei der rechten Zeichnerin ist es mir so ergangen. Kaum hatte ich den Kopf aufs Papier gebracht, war sie wieder weg. Was also tun? Ganz einfach, ich habe mir eine andere Zeichnerin als Modell ausgesucht und ihren Unterkörper unter den Kopf gesetzt. Aus zwei mach eins.

Zeichner im Stadtmuseum

Zeichner im Stastmuseum (Tuschestift mit Aquarell)

Die barocken Putti der Mariensäule gleich nebenan zeigten sich in sehr dynamischen Posen. Die bewaffneten Engelskinder kämpfen gegen die Übel der damaligen Zeit: Hunger, Pest, Krieg und Ketzerei. Der von mir ausgewählte Putto kämpft gegen den Basilisken als Sinnbild für die Pest.

Putto der Mariensäule im Kampf mit dem Bsilisken (Bleistift mit Aquarell)

Putto der Mariensäule im Kampf mit dem Bsilisken (Bleistift mit Aquarell)

Ägyptisches Museum

Patricia Rex hat auf der Website des Ägyptischen Museums in München einen sehr schönen Bericht über das letzte Treffen der Urban Sketchers geschrieben. Es gibt viele tolle Skizzen zu bewundern und die gezeigten Fotos geben die Atmosphäre beim gemeinsamen Zeichnen im Museum wunderbar wieder.

Am Ende der Bildergalerie sind auch meine Bleistiftzeichnungen zu sehen (Bild 41 – 43).

Museumsbesuch und Museumsbesucher

An einem windigen, verschneiten Sonntag traf ich mich mit anderen Zeichnern in der Pinakothek der Moderne. Auf der Suche nach einem Motiv fiel mir eine Gruppe aus Erwachsenen und Kindern auf. Eine Führerin erläuterte der Gruppe einige Ausstellungsstücke und teilte dann Papier und Stifte an die Kinder aus. Die Kleinen begannen eifrig mit dem Zeichen, während die Erwachsenen noch weitere Erläuterungen bekamen. Wie passend, habe ich mir gedacht. Mein erstes Motiv des Tages war gefunden. Gerne hätte ich auch die Zeichnungen der Kinder gesehen.

Museumsführung für Groß und Klein

Museumsführung für Groß und Klein

Im Museum beobachtete ich einen Fotografen bei der Arbeit. Er blieb nicht lange an einem Ort stehen, immer auf der Suche nach der perfekten Perspektive.

Fotograf bei der Arbeit - knips, knips, knips ...

Fotograf bei der Arbeit – knips, knips, knips …

Ein Museumsbesuch macht müde und deshalb sind Sitzgelegenheiten eine tolle Sache. Bei einer solchen Pause kann man auch einen Blick auf sein Smartphone werfen. Nachdem ich den Mann gezeichnet hatte, zog ich auch mein Telefon heraus. Keine neue Nachricht  …

Mann mit seinem Smartphone - Was er wohl dort nachgeguckt hat?

Mann mit seinem Smartphone – Was er wohl dort nachgeguckt hat?

Zuletzt habe ich noch einige Besucher in der eindrucksvollen Eingangshalle festgehalten.

Besucher in der Eingangshalle der Pinakothek der Moderne

Besucher in der Eingangshalle der Pinakothek der Moderne