Zeichnen am Donnerstag – Nr. 20

Das erste Treffen zum Zeichnen am Donnerstag in diesem Jahr hat mich wieder in das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke in München geführt. Ich bin immer wieder sehr gerne dort und diesmal gab es sogar musikalische Untermalung, da ein Chor für eine Aufführung geprobt hat.

Apollon
Tuschestift
Hier habe ich mein Augenmerk nur auf die Schatten gelegt und dabei fasziniert festegestellt, was für abstrakte Formen sie eigentlich bilden.
Abstrakter Schatten
Nur als Gesamtbild erkennt man das Gesicht:
Apollon von Tralleis

Sophokles und Aischines
Pinselstift
Mit dem Pinselstift kann man so schön locker zeichnen und mir gefällt das Ergebnis sehr gut. Die Figuren sind so aufgestellt, dass es aussieht als würden sich die beiden Herren ganz entspannt unterhalten, vielleicht über Philosophie und Politik oder einfach über das Wetter und was es wohl zum Abendessen geben wird.
Sophokles und Aischines

Schlafende Ariadne
Bleistift
Dazu habe ich eine nette gemachte Hörgeschichte auf der Seite des Bayerischen Rundfunks gefunden. Ariadne schläft am Strand von Naxos und als sie aufwacht muss sie feststellen, dass Theseus, der Mann den sie liebt und den sie heiraten wollte, sich auf und davon gemacht hat.
Schlafende Ariadne

Hängender Marsyas
Tuschestift
Der arme Kerl, ich habe gelesen, dass Marsyas von Apollon an einen Baum gehängt wurde und dieser ihm dann bei lebendigem Leib die Haut abgezogen hat.
Haengender  Marsyas

Pan
Tintenstift, mit Wasser vermalt
Pan

„Sammlung Gunter Sachs – Von Max Ernst bis Andy Warhol“

Geplant war es nicht.

An der Bushaltestelle „Museum Villa Stuck“ mussten wir aussteigen um zum italienischen Konsulat zu kommen. Da war es fast ein Muss auch die Villa Stuck zu besuchen und die derzeitige Ausstellung „Sammlung Gunter Sachs – Von Max Ernst bis Andy Warhol“ anzuschauen.

Es waren zwei entspannende Stunden, ein Spaziergang durch 50 Jahre Kunstgeschichte mit vielen bekannten Kunstwerken. Es kam mir vor als würde ich an einer Unterrichtsstunde mit Anschauungsmaterial teilnehmen.

Beginnend mit den Stilrichtungen Dada, Pittura metafisica und Surrealismus sah man Werke z.B. von Giorgio de Chirico, Salvador Dali und Max Ernst. Aus der Gruppierung „Informel“ waren Jean Fautrier, Wols und Hans Hartung ausgestellt. Großen Raum nahmen die Künstler des „Neuen Realismus“ mit Yves Klein, Cesar Baldaccini, Arman(d) Fernandez und Daniel Spoerri ein.

Der zweite Stock der Villa Stuck war der Pop-Art  gewidmet. Besonders interessant fand ich den Hinweis über Andy Warhohl. 1972 organisierte Gunter Sachs in seiner Hamburger Galerie eine der ersten umfangreichen Warholausstellungen. „Alles ist gut gelaufen.“, berichtete der Galerist dem Künstler. Indes war kein einziges Bild verkauft worden. Alle  roten Punkte stammten von Sachs selbst, worauf die Werke in ihrem Wert beachtlich stiegen.

Das neue Jahr hat gut begonnen. Es war eine informative Ausstellung. Die Spanne der Jahre hatte ich auch erlebt, die Kunst der Zeit lernte ich leider erst sehr spät, zeitversetzt kennen. Gunter Sachs war mir damals schon bekannt, aber nicht als Sammler, sondern als Playboy.

Rückblick 2012

113 Beiträge erzählten im alten Jahr über „die Kunst und unsere Familie“.

Wir berichteten über die Ausstellungsbesuche in Mailand, waren begeistert von der Reise nach Kassel zur Documenta, zählten unsere Ausstellungsbeteiligungen auf.

Voll Freude schrieb ich, dass ich zum ersten mal gemeinsam mit Riccardo ausstellen konnte, Mutter und Sohn.

Pina bereicherte unseren Blog mit Skizzen, 19-mal stellte sie „Zeichnen am Donnerstag“ ein. Catis „erster Versuch“ war zwar sehr zart, nur ein Bleistift-Hauch, aber man sieht ihn.

Am kreativsten war Riccardo mit seinen originellen, genialen Zeichnungen. Dass nur drei Beiträge zum vollständigen Adventskalender fehlten, rechne ich ihm hoch an.

Tano hat über seine Mosaiksteine erzählt. Ich nehme mir vor, seine fertigen Arbeiten bei schönem Wetter endlich zu fotografieren. Luisas selbst komponiertes Lied ist auch noch nicht im Blog, vielleicht hören wir es in diesem Jahr.

Viel ist zusammen gekommen seit dem 3. März des letzten Jahres. Ein Familientagebuch ist es geworden, in dem wir nachschlagen und unsere Freunde teilhaben können.

Möge es weiter gehen.