Städelmuseum in Frankfurt – Besuch der Gegenwartskunst 1945 bis Heute

Zwei Jahre lang hatte die Künstlerin Laura J. Padgett die Städel-Baustelle in Frankfurt fotografiert und darüber einen Bildband herausgegeben. Deshalb konnte sie viel über den unterirdischen Erweiterungsbau erklären und mit ihren eigenen Fotos belegen.

Die Führung begann draußen auf der mit Gras bewachsenen Kuppel. Der Rasen war durch 195 futuristisch wirkende Glas-Bullaugen unterbrochen. Im Inneren der acht Meter großen Ausstellungshalle sahen wir, wie natürlich das Licht durch diese Oberlichter wirkte. Die ganze Deckenkonstruktion ruht auf 12 Säulen.
Die Architekten schneider+schumacher schafften einen wunderschönen Rahmen für die Präsentation der Gegenwartskunst.

Einen Film zur Sammlungspräsentation der Gegenwartskunst findet man auf dem Blog des Museums.

Weltgewandte Begleiterinnen und Begleiter dOCUMENTA(13)

Es waren keine Kunstführer, die uns durch die Ausstellungsorte der dOCUMENTA führten, sondern „Worldly Companions“, auf Deutsch „weltgewandte Begleiter“. Ihre Rolle war, mit uns ins Gespräch zu kommen und mit uns über Kunst zu diskutieren. Eigentlich eine wunderschöne Idee.

Jetzt bin ich wieder Daheim und trauere, dass wir so viel disputiert und so wenig gesehen haben.

Im Aue-Park standen wir lange vor Massimo Bartolinos „Ausschnitt der Mittelmeerküste“ und diskutierten darüber, warum die Wasserwelle nicht zu sehen war und wurden uns einig, dass die Technik im Moment versagte.

Beim Müllberg „Doing Nothing Garden“ von Song Dong suchten wir lange und ausgiebig nach den Namen der darauf wachsenden Pflanzen bis uns dann unsere Wordly Companion von den Neonschildern erzählte. Die chinesischen Schriftzeichen darauf mit der Bedeutung „Doing und Nothing“ konnten wir nicht sehen, sie waren vom Grün überwuchert.

Die kleinen, abstrakten Bilder von Doug Ashford in einem kleinen Fertighaus konnten weder wir noch und unsere Begleiterin deuten. Doch schön farbenfroh waren sie.

Die Erörterungen vor einem kleinen Häuschen, im dem das Modell der Tauschwirtschaft „Time /Bank“ vorgestellt wurde, versäumte ich. Zu sehr war ich mit der Ausstellung im Häuschen beschäftigt.

Bei der Frage der weltgewandten Begleiterin, was wir mit der Konstruktion von Sam Durant assoziieren, waren wir uns sofort einig, denn wir waren von der Presse im Vorfeld schon aufgeklärt. Es ist ein Anti-Denkmal, das auf die Todesstrafe aufmerksam macht.

Durch das Drängen unserer Gruppenführung konnten wir zwei Minuten im Wald sitzen und das Klangerlebnis von Janet Cardiff & George Bures Miller erleben. Dass das Geräusch des Regens nicht aus den Lautsprechern kam, merkten wir zu spät. Schutz fanden wir unter dem vorher betrachteten Galgenkunstwerk von Durant.

Für das Bronzewerk „Idee di Pietra“ von Giuseppe Penone und all die anderen Projekte im Aue-Park, welche ich gerne sehen wollte, war die Zeit zu knapp.

Trotzdem, es war ein unvergessliches Erlebnis. Wir waren auch im Fridericianum, in der Documenta-Halle, in der Neuen Galerie und im Kultur-Hauptbahnhof. Im Laufschritt durcheilten wir in 7 Minuten das Ottoneum, sahen Claire Pentecosts Goldbarren und ihre neue Währung, die den Petro-Dollar ablösen sollte.

Alles Nichtgesehene und Nichtgesagte kann ich jetzt Daheim im 537-seitigen Begleitbuch der Documenta und im Internet finden. Auch das Gesehene erschließt sich mir dadurch erst richtig. Eigentlich müsste ich noch mal die Documenta besuchen.

Die Begegnungen während der Tage in Kassel waren einmalig: der Busfahrer Harry, der uns stets mit frischem Kaffe versorgte;  Frau Sporrer, unsere Wordly Companion von der VHS Unterhaching, die sich um alles, vom Documenta-Karton-Hocker bis zum verlorenen Teilnehmer, kümmerte; die netten Tischnachbarn beim Abendessen;  die Weggenossen und die Mit-uns-mit-Läufer, mit denen wir durch das Gedränge fanden.

Ganz knapp verpassten mein Mann und ich ein Pressegespräch zwischen der Kuratorin der Documenta, Carolyn Christov-Bakargiev, und dem österreichischen Quantenphysiker Anton Zeilinger. Doch viel hätte ich sowieso nicht verstanden, auch wenn das Gespräch auf Deutsch übersetzt worden wäre.

Zeichnen am Donnerstag – Nr. 11

Gestern traf ich mich mit meinen Mitzeichnern vor dem Bayerischen Nationalmuseum in München. Da es trotz einiger dunkler Wolken nicht regnete, konnte man wunderbar draußen Zeichnen.

In diesem Gebäude an der Prinzregentenstraße (gegenüber des Museums) befindet sich das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Das Bauwerk entstand in der NS-Zeit nach einem Entwurf von German Bestelmeyer und war damals eine Kommandostelle der Luftwaffe.
(Tuschestift Schwarz und Grau)
Wirtschaftsministerium an der Prinzregentenstraße

Dieser märchenhafte Rundturm befindet sich im idyllischen Innenhof des Bayerischen Nationalmuseums und ist Teil einer schlossartigen Anlage, die um 1900 nach Plänen von Gabriel von Seidl errichtet wurde. Auch die Brunnenfigur (Narziss) aus Bronze befindet sich im Gartenteil des Museums und wurde 1896 von Hubert Netzer geschaffen.
(Tuschestift, Aquarell)
Im Innenhof des Bayerischen Nationalmuseums - Rundturm und Narziss-Brunnen

Meine Mitzeichner
(Bleistift und Tintenstift)

Am Kulturstrand

Rund um den Vater-Rhein-Brunnen in München wurden mehrere Tonnen Sand aufgeschüttet – entstanden ist ein Strand mitten in der Stadt, eine Oase zum Entspannen und sich Treffen. Dort sind diesmal meine Skizzen entstanden.

Später im Restaurant im Müller’schen Volksbad:

Daumennagelskizzen

Thumbnails (Daumennagelskizzen) waren das Thema des dritten Kursabends. Am Odeonsplatz haben wir zuerst kleine Miniskizzen gemacht, mit deren Hilfe man ganz schnell etwas zeichnerisch festhalten kann. Dabei konzentriert man sich auf das Wesentliche und kann auch verschiedenes ausprobieren, bevor man es in einem größeren Format ausarbeitet.

Meine Bleistiftzeichnungen (mit dazugehörigen Miniskizzen auf gelben Klebezettelchen):

Menschen in Bewegung

Gehende Leute am Bahnhof zu Zeichnen war wirklich eine Herausforderung, hat aber trotzdem (oder gerade deshalb?) Spaß gemacht. Hier einige meiner Skizzen, die im Rahmen eines Kurses entstanden sind, an dem ich gerade teilnehme.