Den Kindergarten ließ Pfarrer Kronast 1957 erbauen und 1971 durch einen Neubau erweitern. Er war mein erster Chef.


In den unteren Räumen befand sich der Kindergarten, im ersten Stock wohnten die Krankenschwestern des 3. Ordens. Sie erzählten, dass eine von ihnen die erste Kindergärtnerin im Haus gewesen war. Gleich neben den Schwestern bekamen meine Kollegin und ich ein Zimmer.

Abends saßen Cäcilia und ich oft bei ihnen im Wohnzimmer, schauten fern und aßen Plätzchen. Es fühlte sich an wie ein Abend in der Familie. Wenn wir begeistert von unserem Chef erzählten und davon, wie nett er zu uns war, schmunzelten sie nur.
Mit diesem ersten Pfarrer erlebte ich eine sehr gute Zeit. Er traute meinen Mann und mich und taufte unsere vier Kinder.
Vor meiner Hochzeit wollte er von meinem Mann die Adresse seines Heimatpfarrers wissen und sich über ihn erkundigen. Als er erfuhr, dass Catania über 300.000 Einwohner und 90 Kirchen hatte, gab er das Vorhaben gleich wieder auf.
Pinas Taufe war sehr persönlich gestaltet. Nach den Worten „Ich taufe dich“ stoppte er kurz und sagte: „Hosst an Blitz?“ Dann wartete er einen Moment und sprach weiter: „… und im Namen des Herrn.“ Er hatte gesehen, dass mein Fotoapparat noch nicht startbereit war.
Bei einem Betriebsausflug verlor er im Bus seine Kontaktlinse. Ich fand sie. Am nächsten Tag stand er zum Dank mit einer Flasche Wein vor dem Kindergartentor und rief, den Kinderlärm übertönend: „Miiilaaazin!“ Nur er konnte meinen Namen Milazzo so schön auf Bairisch aussprechen.
Zum Fronleichnamsfest legte ich gemeinsam mit Cäcilia und einer Krankenschwester einen Blumenteppich. Er war wunderschön geworden. Als der Pfarrer darüber ging, besser gesagt darüber schlurfte, glich er danach einem Abfallhaufen. Einen zweiten Blumenteppich machten wir nie mehr.
Pfarrer Oster, wer war das eigentlich? Ich habe es vergessen. Auch wie lange er da war. Ich erinnere mich nur noch daran, wie wir vom Kindergarten und viele Rottacher Bürger vor dem Pfarrhof standen und lautstark riefen: „Wir wollen Pfarrer Oster!“, während im alten Pfarrhof eine große Besprechung mit Leuten aus dem Ordinariat aus München stattfand.
Mit dem darauffolgenden Pfarrer Alfons Siegl hatten wir Glück. Er war ein sehr besonnener, ruhiger Mann. Seine Mutter führte seinen Haushalt. Wir glaubten, er könne gar nicht schimpfen. Als er zu uns kam, hatten wir bereits einen Anbau und vier oder fünf Gruppen. Dadurch wurde das Miteinander im Team komplizierter, und er sorgte sich, wenn es nicht ganz so friedlich lief.

Er engagierte gegen Bezahlung einen Mediator, der nach dem ersten Zusammensitzen gleich aufgab und den Auftrag ablehnte. Nachdem auch der zweite aufgab, gab schließlich auch der Pfarrer auf.
Was ich ihm nie vergessen werde: In Landshut besuchte er eine evangelische Kirche, es war ja nicht der nächste Weg, in der meine aus Steinzeug geformten 13 Kreuzwegstationen während der Fastenzeit aufgestellt waren. Sie gefielen ihm sehr und ich freute mich.
Mit dem neuen Pfarrer und dem frisch ausgebildeten Pastoralassistenten ging meine Zeit im Kindergarten zu Ende. Ihre Namen, Grobmaier und Faller, möchte ich gerne vergessen.
Ich habe lange gearbeitet und viele Menschen kommen und gehen sehen.










































































